Brustkrebs in der BRD

Nicht nur, aber vorwiegend weiblich und vielfach tödlich

Brustkrebs

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Darum gehts

Brustkrebs wird in der Öffentlichkeit unterschätzt und verharmlost, tatsächlich ist er aber herausragend tödlich.



Häufigkeit und Überlebensrate

Jährlich erkranken in der BRD ca. 50.000 Frauen an Brustkrebs. Er ist für ca. 25 % der Krebsneuerkrankungen bei Frauen verantwortlich und damit die häufigste Krebserkrankung der Frau. Brustkrebs ist außerdem diejenige Krebserkrankung, die am häufigsten zum Tode führt. Und Brustkrebs ist speziell bei Frauen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren insgesamt die Todesursache Nr. 1. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 76 %. 12.000 der 50.000 jährlich Neuerkrankten erleben also das 6. Jahr nach der Diagnose nicht.

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Die Behandlungssituation

Diese Zahlen haben sich zwischen 2003 und 2005 noch dramatisch verschlechtert. Forschungsgelder fließen zu wenig und die Früherkennungs-, Behandlungs- und Betreuungssituation in der BRD ist, im europäischen Vergleich, rückständig und bedenklich. Aktuelle Leitlinien für die Früherkennung des Brustkrebs und die Versorgung der Patientinnen sowie Anforderungen an Brustzentren und ein Desease-Management-Programm, die Strukturqualität, Definition der Schnittpunkte und Mindestanforderungen an die Kommunikation der Beteiligten definieren, liegen zwar zur Verbesserung vor, brauchen aber vermutlich noch ein Zeitalter, um tatsächlich umgesetzt zu werden und bleiben dabei immer noch unter dem aktuellen europäischen Niveau.

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Die Betreuungssituation

Tatsache ist außerdem, dass derzeit keine psychosoziale und medizinisch-beraterische Begleitung für Frauen mit dieser lebensbedrohlichen Diagnose organisiert ist, sondern, dass sich jede mit der daraus resultierenden Krise und den daraus resultierenden medizinischen und sozialen Notwendigkeiten völlig allein durch einen Jungle von Infos, Institutionen und medizinischen und beraterischen Anbietern kämpfen muss.

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Die Alles-Easy-Mär

Tatsache ist auch, dass die meisten Tumore bislang von den Frauen selbst entdeckt werden. Das bedeutet, dass die allseits rumposaunte "Alles-Easy-Prognose", falls man Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium entdecke, für die meisten Neudiagnosen nicht relevant ist. Kann man nämlich einen Tumor schon fühlen, handelt es sich um kein Frühstadium mehr, das der "Alles-Easy-Prognose" zuzuordnen wäre.

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Ästhetik das geringste Problem

Die, wohl nicht zuletzt von gewissen Medien, allseits verbreitete Vorstellung, Brustkrebs sei nur oder überhaupt ein kosmetisches Problem (gerne zeigt man anschließend verkappte Werbung für die kosmetische Brustchirurgie) ist der blanke Hohn. Brustkrebs und seine Therapien wirken in viel umfassenderem Maße zerstörend und Lebensqualität einschränkend und sind darüber hinaus extrem lebensbedrohlich. Die Entfernung des Tumors aus der Brust ist schon innerhalb der allermeisten OPs nur der harmlosere Teil der OP und gegenüber den Schäden, die alle weiteren Therapien Körper und Psyche zufügen (müssen), wirklich das geringste Problem.

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Späte Erkenntnis

Das aber merkt jede Patientin erst im Verlauf ihrer Behandlungen. Zu Anfang glauben die meisten, es ginge einzig um die Brust. Zumal auch Ärzte zu 99 % so tun, als wäre das ein vorrangiges Thema. Ja, sie sind sicher sogar froh, dass man über den Rest nicht nachdenkt. Das vereinfacht ein Gespräch und macht es so elegant. "Machen Sie sich keine Sorgen wegen der Brust, die kann wieder aufgebaut werden", ist ein Satz, den Ärzte gerne sagen, quasi ihr moderner Trumpf in der Tasche. Sie sagen den Satz, weil er ihr einziger Trumpf ist.
Bislang findet jedoch bei nur ca. 2 % der Brustamputierten anschließend ein Wiederaufbau der Brust statt. Bei den anderen ist das entweder gar nicht möglich oder aber die Frauen entscheiden sich dagegen.

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Brustkrebs bei Männern

Brustkrebs kann übrigens auch bei Männern auftreten. Jährlich rund 500 Männer erkranken in Deutschland an ihm. Da sie nicht damit rechnen, ihn bekommen zu können, ist er zum Zeitpunkt der Diagnose häufig schon weit fortgeschritten, mit entsprechend schlechten Heilungschancen. Also Männer: Knoten, Verhärtungen, Entzündungen, Brustwarzenveränderungen, Ausfluss, Lymphknotenschmerzen, ... ernst nehmen und nicht von ggf. ignoranten Ärzten abwimmeln lassen! Wie bei Frauen mit dichtem Brustgewebe, kann auch bei 80% der Männer eine Mammographie keine Klärung bringen. Die Ultraschalluntersuchung ist hier aussagekräftiger. Notfalls könnte auch eine MRT Klarheit schaffen. (Text aktualisiert 31.12.09)

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(Wissensquellen: Deutsche Krebsgesellschaft e.V., Stand 2002; Statistisches Bundesamt der BRD, Zahlen für 2002; Infomix aus Broschüren und Internet; eigene Erfahrung und Wahrnehmung)



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(Ursprünglich erstelt: 25.08.05; 29.10.05)






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